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Fairplay Award 2025-Tiefgründige Laudationen und emotionale Gewinner

Tiefgründige Laudationen und emotionale Gewinner
80 Gäste und nur vier Sieger: Die 42 Mitglieder und Vorstände der Kreuzfahrt-Initiative
haben 2025 wieder abgestimmt – und Donnerstagabend in Hamburg letztlich drei
Reedereien und einen Hafen ausgezeichnet. Zwei Sieger waren bei ihrer Ehrung schier
aus dem Häuschen. fvw|TravelTalk war dabei.
Im Keller des Hamburger Side-Hotels waren Donnerstagabend alle obenauf. Die Stimmung
war auch bei den diesmal weniger beachteten Mitbewerbern gut. Von der Kreuzfahrt-
Initiative führten Tanja Buchholz und Christoph Lückertz, erster Vorsitzender, durch den
feierlichen Abend mit Drei-Gang-Menü. Zwei Gewinner konnten ihre Emotionen im Moment
der Award-Übergabe kaum zügeln – zur Freude der rund 80 geladenen Gäste.
Schlagböhmer und Schäferjohann holten weit aus
Die Hochgefühle hatten vor allem zwei Laudatoren ausgelöst: Detlev Schäferjohann, Ehoi-
Geschäftsführer, und Robbie Schlagböhmer, geschäftsführender Gesellschafter des First
Reisebüros Schlagböhmer. Die ausführlich hergeleiteten Begründungen waren ein Loblied
auf Produkt, Pioniergeist und Unternehmensstrategie der Gewinner in den Sparten Hochsee
und Nachhaltigkeit. Aber auch die Award-Gewinner der Kategorien Fluss (Nicko Cruises)
und Sonderpreis (Seehafen Kiel) wurden von Benjamin Jung live beziehungsweise Bettina
Zwickler im eingespielten Video unter anderem für ihre innovativen Entwicklungen kurzweilig
und überzeugend geehrt.
Vorreiter Aida ist Kreuzfahrt-Initiatives Liebling
Die Rostocker Reederei gewinnt 2025 einmal mehr den Fair Play Award Hochsee. Sicher
hätte sich Laudator Detlev Schäferjohann über die Anwesenheit mindestens von einem der
branchenweit bekanntesten Aida-Vertreter Felix Eichhorn (CEO), Alexander Ewig (SVP
Marketing und Sales) und Uwe Mohr (VP und Vertriebsdirektor) besonders gefreut. Aber
deren Priorität hat aktuell die Evolution des Produkts: die frisch aufgemöbelte Aida Diva –
derzeit nach umfassender Renovierung unterwegs auf einer Art zweiter Jungfernfahrt im
Mittelmeer.
Schäferjohann lobte die drei Manager in seiner Laudatio namentlich als Anführer
der Aida-Pionierarbeit: "Aida hat den Award verdient, weil die Reederei eine überragende
Bedeutung für den deutschen Markt besitzt und ihn entwickelt hat." Der Ehoi-Chef gesteht,
was er im Kreise seiner manchmal harten Geschäfts- und Verhandlungspartner nicht oft
sagen würde: "Es ist dank Aida vergleichsweise leicht, in Deutschland Kreuzfahrten zu
verkaufen." Vertriebsprofi Schäferjohann kennt natürlich aus erster Hand auch andere
Märkte und führt beispielsweise die Kreuzfahrt-Nachzügler Österreich und Schweiz an.
Herausforderer TUI Cruises zieht nach
In seiner Aida-Laudatio erwähnt Detlev Schäferjohann auch den Hauptwettbewerber TUI
Cruises zweimal – Clas Eckholt und Sandra Pfützenreuter waren anwesend –, denn Aida
habe zwar eine Vorreiterrolle bei vielen Themen, aber es sei "später auch TUI Cruises" zu
verdanken, welchen Stellenwert die Kreuzfahrt für deutsche Urlauber mittlerweile
eingenommen hat. Außerdem lobt Schäferjohann die Rostocker für PR und Marketing in
Sachen Umweltschutz & Co: "Aida ist auch lauter geworden beim Thema Nachhaltigkeit."
Bei der Siegerehrung freuten sich dann die Aida-Vertreter Melanie Marra und Timo
Weißenstein. Letzterer bedankt sich besonders überschwänglich und feiert dabei dem
Anschein nach auch sein persönliches Comeback. Weißenstein war mit Long Covid für
längere Zeit bei Aida ausgeknockt gewesen.

Ponant für Urlaub und Wissenschaft
Die französische Reederei sei eine "vielschichtige Firma", beginnt Robbie
Schlagböhmer seine Laudatio und meint zum Beispiel die unterschiedlichen Kreuzfahrt- und
Expeditionsschiffe mit Segeln, in Katamaran-Bauweise oder für Expeditionen durchs
Packeis. Außerdem habe Ponant einen 62-seitigen Umweltbericht ("Blue Horizon") und ein
Programm für Nachhaltigkeit, wodurch "bis zum Jahr 2030 die CO 2 -Neueutralität" erreicht
werden solle. Im Jahr 2040 möchte, so Schlagböhmer, Ponant das Net Zero-Ziel schaffen.
Dabei werden die restlichen Emissionen mit Umweltmaßnahmen neutralisiert.
"Es geht nicht nur um polare Expeditionen"
Dafür, so Kreuzfahrtverkäufer Schlagböhmer, plant Ponant vielversprechende
Antriebsformen mit Brennstoffzellen und besonders großen Segeln. Als Zeichen für
besondere Leistungen in Sachen Naturschutz hob er die Beförderung von Forschern in die
Polarregionen hervor. Das sei im Dienste der Wissenschaft und zum Schutz der Natur. Die
geehrten Vertreterinnen des deutschen Managements von Ponant, Stephanie
Vollmuth und Andrea Hendel, konnten es kaum fassen, wie viele Besonderheiten ihres
Produkts ausschlaggebend waren für die Kür zum Gewinner in der Kategorie Nachhaltigkeit.
Ihr große Freude und offenkundige Überraschung passten zur guten Stimmung bis in den
späten Abend.
Regeln statt Preiskampf im Kreuzfahrtvertrieb
Die Kreuzfahrtinitiative tritt für die Förderung des fairen Wettbewerbs innerhalb der
Kreuzfahrtbranche ein und sieht sich als Interessenvertretung gegenüber
Kreuzfahrtveranstaltern, Reedereien, Politik und Wirtschaft. Sie wurde 2011 gegründet und
umfasst 42 Mitglieder und 25 sogenannte "Freunde & Förderer". Die nächsten Wahlen des
Vorstands finden nächstes Jahr statt.

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